Bio-Diesel

Mit der Richtlinie zur Förderung von Biokraftstoffen hat die Europäische Union den politischen Willen nachhaltig unterstrichen, durch den Aufbau von Absatzmärkten und Produktionskapazitäten für Kraftstoffe einen Beitrag zur Reduzierung der Abhängigkeit bei Erdölimporten und zur Erfüllung der Klimaschutzverpflichtungen des nunmehr völkerrechtlich verbindlichen Kyoto-Protokolls zu leisten. Für 2005 ist ein Mengenziel am Kraftstoffmarkt von 2 % vorgegeben, das schrittweise bis zum Jahr 2010 auf mindestens 5,75 % gesteigert werden soll.

Seit über 10 Jahren erobert sich Biodiesel seinen Anteil am Kraftstoffmarkt. Aus diesem Grund finden Sie auch an 120 AVIA-Tankstellen diese umweltgerechte und preislich attraktive Alternative zu konventionellem Diesel. Biodiesel ist ein ausgereifter Kraftstoff, für dessen Qualität Mindestanforderungen bestehen, die in der seit Herbst 2003 gültigen europäischen Norm DIN EN 14214 festgelegt sind.

Wie wird Biodiesel gewonnen?

Jahr für Jahr wächst der Rohstoff zur Herstellung von Biodiesel, der Raps, auf Rapsfeldern in ganz Deutschland nach. Die Ernte findet im Sommer statt, wenn sich aus den gelben Blüten die Saat in den den dünnen, bräunlichen Schoten gebildet hat. In Ölmühlen wird die Saat geöffnet und extrahiert. Das so gewonnene Rapsöl ist ein hervorragender Rohstoff für die Weiterverarbeitung zu Biodiesel. Der Umesterungsprozess bewirkt, dass der gewonnene Alternativkraftstoff die gleiche Viskosität (Fließneigung) besitzt wie herkömmlicher Dieselkraftstoff. Hierdurch erfüllt Biodiesel die Voraussetzung bzw. Anforderung, in modernen Dieselmotoren und Einspritzsystemen, wie Pumpe-Düse-System oder common-rail, eingesetzt werden zu können.

Biodiesel besteht aus mit Methanol veresterten Fettsäuren, genauer Fettsäure-Methylester. Daher ist für Biodiesel auch die Bezeichnung RME (= Raps-Methylester oder Rapsöl-Fettsäure-Methylester) gebräuchlich.

Vorteile von Biodiesel:

Biodiesel gibt bei der Verbrennung weitestgehend nur so viel CO2 ab, wie die Pflanze bei ihrem Wachstum aufgenommen hat.

Biodiesel wird biologisch schnell abgebaut und reduziert dadurch die Gefahr für  Boden und Grundwasser bei Transport, Lagerung und Anwendung.

Biodiesel wird nicht als Gefahrgut klassifiziert und ist in die Wassergefährdungsklasse 1 eingestuft.

Biodiesel besitzt einen Sauerstoffanteil von 11 %. Dieser sorgt für gute Verbrennung.

Biodiesel und herkömmlicher Diesel können technisch problemlos im Fahrzeugtank vermischt werden. Biodiesel ist in Winterqualität bis -20 °C wintertauglich. Bei der Produktion von Biodiesel entstehen keine Abfallprodukte! Der Rapsschrot, der bei der Umwandlung von Rapskorn zu Rapsöl entsteht, wird als Futtermittel benutzt. Das bei der Umesterung entstehende Glyzerin kann in der chemischen Industrie weiterverwertet werden (z.B. Kosmetik). Biodiesel kann grundsätzlich in Dieselfahrzeugen eingesetzt werden, die vom Hersteller freigegeben sind.

Was ist zu beachten?

Biodiesel darf ausschließlich in den dafür vom Hersteller ausdrücklich freigegebenen Fahrzeugen eingesetzt werden. Es ist eine Verpflichtung des Fahrzeughalters, sich dementsprechend sachkundig zu machen.

Wird ein älteres, für Biodiesel freigegebenes Fahrzeug mit Biodiesel betankt, so ist nach einigen Tankfüllungen mit Biodiesel gegebenenfalls der Kraftstofffilter auszuwechseln. Da sich Biodiesel wie ein Lösungsmittel verhält, können Dieselkraftstoffrückstände zu Filterverstopfungen führen.
Aufgrund des Lösemiittelverhaltens sollten auch die mit Biodiesel in Berührung gekommenen Lackflächen, wie auch bei herkömmlichem Diesel üblich, umgehend abgewischt werden.
Manche Gummi- oder Kunststoffmaterialien sind unter Umständen bei längerem Gebrauch nicht beständig gegenüber Biodiesel. Es kann daher vorkommen, dass z. B. Kraftstoffschläuche aufquellen. Abhilfe könnenn hier Schläuche aus Fluorkautschuk liefern, die bereits in einer Reihe von Fahrzeugen serienmäßig eingesetzt werden. Auskunft über die Art der verwendeten Materialien kann die zuständige Fachwerkstatt geben. Eine regelmäßige Kontrolle des Kraftstoffsystems und gegebenenfalls das Auswechseln der betroffenen Materialien kann preiswert und schnell durchgeführt werden.
Ein letzter Hinweis gilt noch dem verwendeten Motoröl. In seltenen Fällen kann es zu einer Verdünnung des Motoröls mit Kraftstoff kommen. Dies tritt jedoch in der Regel nur dann auf, wenn der Motor über längere Zeit mit schwacher Belastung gefahren wird. Ölwechselintervalle müssen daher entsprechend den Herstellerangaben eingehalten werden.

Entscheiden Sie selbst!